Geschichte
Das „Bürgerheim St. Nikolaus von der Flüe“ geht auf die spätmittelalterliche Stiftung
des Hl. Geist-Spitales Schlanders zurück. Diese stammt aus dem Jahre 1461, als ein
gewisser Hans Weber, „Thomasn, Sohn von Pafurgkh zu Kortsch“, am St. Jakobstag (25.Juli)
des Jahres 1461 das „Payrische Haus, Hofstatt und Garten zu Schlanders“ dem Deutsch-Ordens-Pfarrer
zu Schlanders, Bruder Hans, sowie dem Leonhard Schnazer als Baumeister und Georg
Trognhauser als Kirchprobst Unserer-Lieben-Frauen-Kirche „zu einer Herberge und
Beherbergung für arme, elende Menschenpilger“ übergab. Dieses gestiftete „Payrische
Haus“ wurde zuerst zu einer Pilgerherberge und dann (1478) in ein Spital umgewandelt.
Diese Umwandlung sollte Aufgabe der Pfarrgemeinde Schlanders sein. Weitere fromme
Stiftungen an Gütern und Zinsen kamen im Laufe der Zeit hinzu.
Das ursprüngliche Spitalgebäude gehörte im Jahre 1321 einem gewissen Choncz Payr
und bestand aus Haus, Hofstatt und Garten. Ihm stand das Holzbezugsrecht aus dem
Tafratzwald am Nördersberg (damals Gemeinde Göflan) zu, das König Heinrich von Böhmen,
Herzog von Kärnten und Graf von Tirol, im Jahre 1311 dem damaligen Besitzer Konrad,
gen. Payr und dessen Familie und Erben verliehen hatte und das Erzherzog Sigmund
im Jahre 1452 einem gewissen Hans Weber (als Nachfahren des Choncz Payr) bestätigte;
im Jahre 1478 bestätigte Erzherzog Sigmund dem Spital dieses Holzbezugsrecht.
Ein Ablaßbrief vom 26. Dezember 1501 berichtet, daß elf Kardinäle auf Bitten des
Spitalmeisters Johann Hildebrand allen denjenigen Nachlaß von Sündenstrafen gewährte,
die dazu behilflich waren, die Kirche des Heiligen Geistes in ihren Baulichkeiten
wieder herzustellen und mit den notwendigen Geräten und Zierden auszustatten.
Im Engadiner Krieg von 1499 wurden Spital und Kirche zerstört. Der Wiederaufbau
gelang erst nach mehreren Jahren; die ältesten „Spitalregister“ geben davon Kunde.
(Abrechnungen der Spitalmeister). Im Jahre 1529 übertrug der Spitalmeister Leonhard
Garber den Eheleuten Christian und Appollonia Tröger das Spital Schlanders samt
allen Gütern zur Führung; aus dieser Zeit sind die ersten Satzungen erhalten; sie
beinhalten folgendes:
- Die „Spitaler“ sollten arme Leute und Pilger, die um Herberge baten, freundlich
aufnehmen, ihnen Holz zum Kochen geben, Geschirr leihen und zur Winterszeit die
Stube einwärmen. Trinker und Aufrührer sollten aus dem Spital gewiesen werden.
- Der Spitaler hatte auch das Mesneramt in der Kirche zu versehen. Falls das Ehepaar
das Amt nicht nach den Vorschriften erfüllte, wurde es von der Pfarrgemeinde abgesetzt
und entlassen.
Seit den Anfängen des Spitals hatten die Vertreter der Pfarrgemeinde Schlanders
die Verwaltung und Oberaufsicht inne. Sie wählten den Ausschuß, der gemeinsam mit
der Pfarrgeistlichkeit den Spitalmeister bestellte. Der Spitalmeister beauftragte
mit Rat des Ausschusses den Spitalpfleger.
Um 1651 erhält das Spital einen eigenen Spitalkaplan. So blieb es bis zum Abbruch
des Spitalwidums zwecks Errichtung des neuen Krankenhauses. Dieser war vom Spitalkaplan
Josef Pignater im Jahre 1886 aus eigenen Mitteln errichtet worden.
Seit dem Jahre 1837 wurde das Spital von Schlanders von den Barmherzigen Schwestern
des Hl.Vinzenz von Paul (Mutterhaus Zams) geführt. Die Verwaltung des Spitals oblag
den Vertretern der sieben Pfarrgemeinden (Schlanders, Kortsch, Göflan, Vezzan, Sonnenberg,
Nördersberg und Alitz) und dem Pfarrer von Schlanders, sowie dem Spitalfondsverwalter.
Anlässlich der Grundbuchsanlegung wurde laut Anlegungsprotokoll Nr. 114 vom 19.11.1901
der Stiftungsbesitz in E. Zl. 225/II K.G. Schlanders zusammengefasst und daran das
Eigentumsrecht für das „Spital Schlanders“ einverleibt: „ ... auf Grund des unvordenklichen
Besitzes, des Übereinkommens vom 5.11.1881 und des Schenkungsvertrages vom 14.03.1886“.
In den Jahren 1931-1932 erhielt das Spital die italienische Bezeichnung „Ospedale
Ricovero di Silandro“; mit Schreiben vom 30.05.1931, Nr. 8059 wurde Josef Fischer
von der Königl. Präfektur als Präsident mit der Führung beauftragt. Seit der Zeit
der faschistischen Ära war die Gemeindeverwaltung für die Führung des Spitals zuständig.
(E.C.A –Verwaltung, d.i. Gemeindefürsorge)
In den Jahren 1931-1932 erhielt das Spital die italienische Bezeichnung „Ospedale
Ricovero di Silandro“; mit Schreiben vom 30.05.1931, Nr. 8059 wurde Josef Fischer
von der Königl. Präfektur als Präsident mit der Führung beauftragt. Seit der Zeit
der faschistischen Ära war die Gemeindeverwaltung für die Führung des Spitals zuständig.
(E.C.A –Verwaltung, d.i. Gemeindefürsorge)
Im Jahre 1967 wurden verschiedene Grundstücke der Spitalstiftung verkauft und mit
dem Erlös wurden von Karl Verdross, Schlanders, die Bp. 15/2 und Gp. 63/1, und 64/1,
in E.Zl. 96/II K.G. Schlanders angekauft (heute Gp.63/1, 64/1, 64/4, 63/6, Bp. 15/2)
mit einem heutigen Gesamtausmass von ha. 0,7375.
Auf diesen Grundstücken wurde das neue, nun anstelle des bisherigen Spitals geführte
Altersheim mit Beiträgen der Gemeinde Schlanders, der Landesverwaltung, der Bezirksgemeinschaft
Vinschgau, sowie der Gemeinden Martell und Schnals erbaut.
Die Planung des neuen Altersheimes erfolgte im Jahre 1976 und wurde Ing. Dr. Carlo
Deflorian und Arch. Dr. Willy Gutweniger übertragen.
Der Baubeginn mit Grundsteinlegung erfolgte im September 1976; die Fertigstellung
im Jahre 1981. Die Eröffnung und feierliche Einweihung des neuen Altersheimes, das
den Namen „Bürgerheim St. Nikolaus von der Flüe“ erhielt, fand am 26.09.1981 statt.
Auch das neuerrichtete Altersheim wurde den Barmherzigen Schwestern zur Führung
anvertraut, die dieselbe bis 31.12.1991 innehatte (letzte Oberin – Sr. Martina Agnes
Bacher). Ab 01 01.1992 wurde die Führung des Heimes einem Verwaltungssekretär übertragen.
Mit Wirkung 01.01.1995 wurden die Funktionen von Verwaltung und Heimleitung im Berufsbild
„Direktor“ zusammengelegt.
Die religiöse Betreuung wird seit Inbetriebnahme des neuen Heimes von einem Ordenspriester
des Kapuzinerklosters Schlanders versehen.
Aufgrund des wachsenden Bedarfs und auf Anregung des Krankenhausdirektors Prof.
Dr. H. v. Elzenbaum wurde mit 01.10.1985 eine Konvention mit dem Krankenhaus Schlanders
abgeschlossen und die Errichtung einer Pflegestation mit 15 Betten vorgenommen,
die im Jahre 1994 auf 35 Betten erweitert wurde.
Das neue Altersheim „Bürgerheim St. Nikolaus von der Flüe“ hat den Charakter der
Stiftung beibehalten. Es sieht eine Aufnahmekapaziät von insgesamt 88 Bewohnern
vor, und zwar teils für pflegebedürftige und teils für selbständige Bewohner. Es
hat übergemeindlichen Charakter, wobei die Bürger der Gemeinden Schlanders, Martell
und Schnals bei einer Heimaufnahme den Vorrang haben.